WIR LIEBEN DIE MANNHEIMER ART!

DER FRIEDRICHSPLATZ E.V. SAGT JA ZUR NEUEN KUNSTHALLE

  • Die Kunst ist die Tochter der Freiheit.

    Friedrich Schiller
  • Der Mensch ist nie zufrieden.

    Rosa Luxemburg
  • Das Beste sollte nie hinter uns, sondern immer vor uns liegen.

    Bertrand Russell
  • Man muss im Leben für seine Erfahrungen bezahlen. Wenn man Glück hat, bekommt man Rabatt.

    Oskar Kokoschka
  • Je mehr man liebt, um so tätiger wird man sein.

    Vincent Willem van Gogh
  • Stil ist die Geliebte der Kunst.

    Coco Chanel
  • Provozieren heißt, die Leute denken zu lassen.

    John Le Carré
  • Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.

    Benjamin Franklin
  • Ich fürchte, Anpassung ist nicht meine Stärke.

    Diane Keaton
  • Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut drauf gehen – doch es wachsen keine Blumen auf ihr.

    Vincent Willem van Gogh
  • Durch die Leidenschaften lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert er bloß.

    Nicolas Chamfort
  • Die Skizze sagt uns oft mehr als das ausgeführte Kunstwerk, weil sie uns zum Mitarbeiter macht.

    Marie von Ebner-Eschenbach
  • Du wirst nicht danach beurteilt, was du sagst, sondern was du tust.

    Rosa Luxemburg
  • Große Leidenschaften sind wie Naturkräfte. Ob sie nutzen oder schaden, hängt nur von der Richtung ab, die sie nehmen.

    Ludwig Börne
  • Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.

    Friedrich Nietzsche
  • Kritisiere nicht, was du nicht verstehst.

    Elvis Presley
  • Das Wichtigste in der Kunst ist der Rahmen.

    Frank Zappa
  • Die einzig revolutionäre Kraft ist die Kraft der menschlichen Kreativität. Die einzig revolutionäre Kraft ist die Kunst.

    Joseph Beuys
  • Kunst stellt die Welt dar, wie sie sein könnte und sein sollte.

    Ayn Rand
  • Gebt mir ein Museum und ich werde es füllen.

    Pablo Picasso
  • Ich glaube an die absolute Notwendigkeit einer neuen Kunst der Farbe und der Zeichnung und des künstlerischen Lebens.

    Vincent Willem van Gogh
  • Kunst ist das, was wir machen.

    Christo
  • Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen.

    Jean-Jacques Rousseau
  • Auch die Bretter, die man vor dem Kopf hat, können die Welt bedeuten.

    Werner Finck
  • Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.

    Christian Morgenstern
  • Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.

    Vincent Willem van Gogh
  • Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern wo man verstanden wird.

    Christian Morgenstern
  • Alle Augen schauen, wenige beobachten, sehr wenige erkennen.

    Albert Sánchez Piñol
  • Wer interessieren will, muss provozieren.

    Salvador Dalí
  • Ich vermute mal, dass irgendwie jeder, der den Ehrgeiz hat, etwas zu erschaffen und nicht kaputt zu machen, Respekt verdient.

    Kurt Cobain
  • Kunst ist nicht Luxus, sondern Notwendigkeit.

    Lyonel Feininger
  • Keine Kunst ist, was durch Zufall seinen Zweck erreicht.

    Lucius Annaeus Seneca
  • Echte Kunst ist eigensinnig.

    Ludwig van Beethoven
  • Die Kunst ist ewig, ihre Formen wandeln sich.

    Rudolf Steiner

Das sagt die Mannheimer Presse zur Mannheimer Art

Unsere Aktion spricht sich rum und findet in Mannheim und Umgebung guten Anklang. Das liegt auch am positiven Presseecho. Was die hiesigen Redaktionen über den Neubau der Kunsthalle und „Wir lieben die Mannheimer Art” ganz konkret schreiben, haben wir Ihnen hier einmal – beginnend mit dem aktuellsten Artikel – zusammengestellt.

24. Dezember 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Abbruch macht Pause bis Neujahr

Die lauten Abbrucharbeiten am Bunker der Kunsthalle machen jetzt bis Neujahr Pause. Erst am 2. und 3. Januar wird wieder gearbeitet, ehe eine erneute Unterbrechung vom 4. bis einschließlich 6. Januar erfolgt. Damit wollen die Stadt und die Stiftung Kunsthalle als Bauherr des Neubaus den Anwohnern entgegenkommen. "Wir wissen um die massiven Beeinträchtigungen der Nachbarn und können nur um Verständnis bitten", sagte Baubürgermeister Lothar Quast. Man habe sich schon bemüht, "die schonendste Technik einzusetzen", doch lasse sich der massive unterirdische Betonbau nicht anders beseitigen, so Quast. Mehr ...

Grundstein im März

Mit Josef Krah, dem Leiter des Fachbereichs Baurecht, kam Quast gestern an den Friedrichsplatz, um die Baugenehmigung zu überreichen - ein dicker Ordner, mit einem Band in den Stadtfarben versehen. Der 23. Dezember sei dafür ein ungewöhnlicher Termin, räumte Quast ein. Doch er zeige zugleich, dass alle Beteiligten hart daran arbeiten, den engen Bauzeitenplan einzuhalten.

Dennoch, so Hanno Diehl, Bauvorstand der Stiftung Kunsthalle, verschiebt sich das Ende der Abbrucharbeiten auf die erste Februarwoche. Auf den weiteren Ablauf habe dies aber keine Auswirkungen, versicherte er. Mitte Februar werde man die Rohbauarbeiten vergeben, damit Ende Februar/Anfang März beginnen. Am 23. März soll nach den Worten von Kunsthallendirektorin Dr. Ulrike Lorenz die Grundsteinlegung, in 2017 unverändert Einweihung sein. Bislang, so freuten sich alle Beteiligten, gebe es einen "unfallfreien Verlauf".

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22. Dezember 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Baugenehmigung für Neubau erteilt

Die Stadt hat jetzt auch rein formal den Weg für den Neubau der Kunsthalle frei gemacht. Der "Stiftung Kunsthalle", die als Bauherr fungiert, wurde die Baugenehmigung ausgestellt. Baubürgermeister Lothar Quast wird sie Hanno Diehl, dem Bauvorstand der Stiftung, morgen in Form eines stattlichen Aktenordners auf der Baustelle überreichen - quasi als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Damit kann 2015 der Rohbau beginnen. Mehr ...

Seit Mitte August hatte es nur Abbrucharbeiten gegeben. Zunächst wurde der Mitzlaff-Bau entfernt, dann der aus dem Zweiten Weltkrieg stammende Tiefbunker. Die Genehmigung dafür war vom Regierungspräsidium Karlsruhe gekommen. Die Karlsruher Beamten mussten die Entscheidung als höhere Baurechtsbehörde anstelle der an sich zuständigen Stadt Mannheim treffen, weil es sich bei dem Abbruch um ein Vorhaben der Kommune selbst handelte und es Einsprüche gab.

Eine Klage gegen diese Abbruchgenehmigung vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe war erfolglos geblieben. Der Beschluss erging erst im Oktober; also weit nach Beginn der Bauarbeiten. Er liegt dem "MM" jetzt komplett vor. Danach verneinten die Richter bereits die aufschiebende Wirkung der Klage, die der Antragsteller zunächst erreichen wollte. Dann verwarfen sie die Klage ganz.

Keine Klagebefugnis für Gormsen

Kläger war Niels Gormsen, von 1973 bis 1988 Mannheimer Baudezernent. Nach der Wende arbeitete Gormsen fünf Jahre als Stadtentwicklungsdezernent in Leipzig, wo er weiter eine Wohnung hat und auch häufig lebt.

Das wurde ihm vor Gericht zum Verhängnis. Ihm "mangelt an der erforderlichen Antragsbefugnis", diese würde ihm "offensichtlich und nach jeder Betrachtung nicht zustehen", wiesen ihn die Richter ab.

Klagen dürfe nur, wer in seinen Rechten verletzt werde. Das treffe jedoch nur auf Eigentümer benachbarter Grundstücke zu. "Der Antragsteller, der im Übrigen auch selbst keine baurechtlichen Einwände erhebt, ist nicht Eigentümer eines benachbarten Grundstücks", stellt das Verwaltungsgericht fest. Gormsen sei "lediglich Miteigentümer einer etwa 370 Meter vom Baugrundstück entfernt liegenden Eigentumswohnung und eine baurechtliche Betroffenheit durch den genehmigten Abbruch scheidet offensichtlich aus", stellen die Richter klar. Eine "Verletzung subjektiver Rechte Einzelner" durch die von der Stadt getroffene kommunalpolitische Entscheidung für den Abbruch scheide "auch mit Blick auf eine vom Antragsteller gerügte mangelhafte Bürgerbeteiligung nach jeder Betrachtungsweise aus", heißt es in dem Beschluss.

Denkmalschutzrechtliche Einwände weisen die Richter ebenfalls zurück. Gormsen hatte, so wird er in dem Beschluss zitiert, einen "großkotzigen Neubau mit Metallfassade" gerügt. Doch Gesetz und Rechtsprechung sehen kein Abwehrrecht der Allgemeinheit gegen eine in der Nachbarschaft eines Denkmals geplante Baumaßnahme vor.

Unterdessen haben acht Anwohner einen Beschwerdebrief an den Fachbereich Baurecht der Stadt wegen der "unerträglichen Lärmbelästigung" durch die Abbrucharbeiten geschickt und beklagt, dass die Stadt "gar nicht oder nur mit erkennbarer Verzögerungstaktik reagiert". Sie fordern "endlich Maßnahmen, um den Lärm auf ein erträgliches Maß zu reduzieren", schreiben sie.

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11. Oktober 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Abriss liegt im Zeitplan

"Wir kommen sehr gut voran": So kommentiert Hanno Diehl, Bauvorstand der Stiftung Kunsthalle, den Abriss des Mitzlaff-Baus der Kunsthalle. Von dem steht nur noch höchstens ein Drittel zum Maritim- Parkhotel hin, der Rest ist staubiger Schrott und Schutt. Darin stecken allerdings Probleme. Die Trümmer seien "mehr mit Schadstoffen belastet als gedacht", so Diehl. Mehr ...

"Wir müssen also immer erst analysieren und dann entscheiden, auf welche Deponie wir das wie entsorgen, das nimmt Zeit in Anspruch", erläutert er. Aber noch liege man "gut im Terminplan". Das bedeute, dass ab November der Mitzlaff-Bau ganz verschwunden ist, dann bis Jahresende der Abriss des unterirdischen Bunkers erfolgt. Im nächsten Jahr soll der Rohbau der neuen, vom Ehepaar Hector mit einer Spende von 50 Millionen Euro möglich gemachten Kunsthalle erfolgen.

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26. September 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Einweihung für Mitte 2017 geplant

So annähernd präzise hat sie sich bisher nie geäußert: "In der ersten Jahreshälfte, gegen Mitte des Jahres" soll 2017 die neue Kunsthalle eingeweiht werden. Das sagte Direktorin Dr. Ulrike Lorenz bei der Mitgliederversammlung des Förderkreises, ergänzt mit dem Zusatz "voraussichtlich und hoffentlich". Bislang war immer nur die Jahreszahl 2017 genannt worden. Mehr ...

Der Abbruch des Mitzlaff-Baus "schreitet gut voran", wie Dr. Manfred Fuchs im Namen der Stiftung Kunsthalle, die als Bauherr fungiert, sagte. Er wisse zwar, dass es auch kritische Stimmen gebe, die man "sehr, sehr ernst" genommen und mit denen man viele Gespräche geführt habe, so Fuchs. "Aber wir freuen uns, dass das Projekt in der großen Breite der Bevölkerung sehr positiv getragen wird", sagte er. Die Bürgerschaft dürfe sich "von Herzen freuen auf das, was da kommt: Wir werden ein Spitzenmuseum bekommen!"

Millionen von Hector

Nach den Worten von Lorenz sind die Abbrucharbeiten im Zeitplan und werden Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Grundsteinlegung erfolge Ende Januar. 2015 werde man "den Rohbau emporwachsen sehen", 2016 sei der Innenausbau dran. Derzeit laufe die Ausführungsplanung für den Neubau.

Fuchs, Lorenz und der Förderkreis-Vorsitzende Dr. Dieter Hasselbach dankten noch einmal ausdrücklich dem Mäzen Dr. Hans-Werner Hector, der bei der Versammlung in der Aula des KFG anwesend war, für die 50-Millionen-Euro-Spende für den Neubau. Seit 1995, so blickte Hasselbach zurück, könne die Kunsthalle auf das Ehepaar Hector als "treue Freunde bauen". Ob für den Umbau des Bunkers, den Hector-Kunstpreis, die (2016 endende) 400 000-Euro-Geldspritze pro Jahr für Ausstellungen, ob für wissenschaftliche Arbeit oder Museumspädagogik seien seither mehr als acht Millionen Euro geflossen, rechnete er vor.

In den Mittelpunkt seines Rechenschafsberichts stellte Hasselbach die zahlreichen, über den Förderkreis laufenden Unterstützungen für die Kunsthalle. Dazu zählt der per Erbschaftsvertrag schon vorab zugesicherte Nachlass von Professor Jacques Outin, der ab Dezember ausgestellt wird.

Mehrere Erbschaften

Es handele sich um eine "faszinierende Zusammenstellung von ausgesprochen eigenwilligem Charakter", so Kurator Dr. Thomas Köllhofer - also von Malerei, Skulptur, Grafik, Antiquitäten und Fotografie. Zudem habe der Förderkreis einen weiteren, hoch dotierten Nachlass eines Pforzheimers zugesagt bekommen.

Während das Bankhaus Metzler eine Installation der Künstlerin Michaela Milan spendiere, welche die Geschichte des Jugendstilbaus aufgreift, kann der Förderkreis mit Hilfe der Wilhelm-Müller-Stiftung eine besondere Erwerbung für den Neubau machen: das Werk "Refusal of Time" von William Kentridge, das Hauptwerk der Documenta 2013. Dafür werde im Neubau eigens ein Raum eingerichtet, kündigte er an.

Ob die engagierten Damen des Museumsshops, Veranstaltungen der "Freunde der Kunst" und Reisen, die Aktivitäten der "ARTgenossen" - in vielen Bereichen unterstützt der Förderkreis die Kunsthalle. "Die Mitglieder sind eben anhaltend motiviert angesichts der enorm interessanten Perspektive des Neubaus", so Dr. Josef Zimmermann, der die Entlastung des Vorstandes vornahm.

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15. September 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

ARKADENFEST: Ansturm rund um den Wasserturm

Die Raketen zündeten im Sekundentakt. Leuchtende Sonnenräder erhellten den dunklen Abendhimmel rund um den Wasserturm. Etwas länger als neun Minuten dauerte das eindrucksvolle Feuerwerk und verkündete das nahende Ende des Arkadenfestes, das in diesem Jahr zum zehnten Mal stattfand. Mehr ...

"Wir lassen uns jedes Jahr etwas Neues einfallen. In diesem Jahr sind es die Sonnenräder und barocke Elemente, die wir eingebaut haben", erklärte Florian Gokel von "Pyrotechnik im Quadrat". Außerdem müsse streng darauf geachtet werden, dass der schöne grüne Rasen nicht in Mitleidenschaft gezogen werde, so der Pyrotechniker.

"Mannheims schönstes Fest"

Die Besucher, die beim Arkadenfest am Samstag rund um den Friedrichsplatz flanierten, zeigten sich in bester Stimmung. "Schon allein das Ambiente - einfach gigantisch! Und alles sieht super aus", lobten zum Beispiel die Gäste Dietmar Dorn und Anke Bühler. "Das Feuerwerk mit dem Lied Atemlos von Helene Fischer bildete einen krönenden Abschluss", stellte Harald Steiger, der Vorsitzende vom veranstaltenden Verein Friedrichsplatz, hochzufrieden fest.

Ein anderer fand: "Ich fahre gerne Auto, aber einmal im Jahr ist das toll, dass hier keine Fahrzeuge fahren. Das ist einfach Mannheims schönstes Fest." Stadtrat Thorsten Riehle merkte an: "Die Fußgänger beleben die Straße. Es ist einfach schön, einmal die Arkaden zu Fuß zu erleben."

Pünktlich ab 18 Uhr wurde die Verkehrsader um den Wasserturm für den Autoverkehr gesperrt. Tische und Bänke wurden aufgestellt, wo sonst der Verkehr braust. DJs bauten ihre Boxen auf. Die Geschäfte unter den Arkaden putzten sich noch eilig heraus, ehe auch schon die ersten Gäste an den Tischen Platz nahmen oder unter den Sandsteinbögen flanierten. Neben Cafés und Restaurants luden auch Geschäfte zum Besuch ein. So stellte beispielsweise die VOON-Werbeagentur ein dreidimensionales Modell der neuen Kunsthalle aus. "Da können sich jetzt alle vorstellen, wie das Gebäude später einmal von innen aussieht", sagte Geschäftsführer Frank Vogelsang.

Bei Theuer und Scherr durften sich Kleine und Große als malende Künstler beweisen. "Der Erlös aus dem Verkauf der Leinwände geht zugunsten der Waldpiraten", erzählte Galerist Arndt Theuer.

Für soziale Projekte in der Stadt sammelte auch der Rotary-Club Amphitrite, bei dem Kinder ein Eisdiplom erwerben konnten. "Das hat uns alles Fontanella gespendet. Hier können Kinder selbst Spaghetti-Eis herstellen", sagte die Vorsitzende Barbara Waldkirch. Auch die Frauen des Service-Clubs der Soroptimisten sammelten für die gute Sache und servierten Sekt und Cocktails "In diesem Jahr läuft es an unserem Stand einfach fantastisch", fand deren Vorsitzende Ulrike Wüst.

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26. August 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Ab Mittwoch greift der Bagger zu

Der "Portionierer", wie eines der stählernen Geräte heißt, liegt bereit, auch der sogenannte "Sortengreifer", dazu Meißel und Zange. Zugreifen, ja direkt in den Beton zubeißen wird er erstmals am Mittwoch, vermutlich an der Nordostecke des Gebäudes. Dann geht er auch nach außen sichtbar los - der Abriss des Mitzlaff-Baus der Kunsthalle, für den gestern ein moderner Longfront-Bagger angeliefert wurde. Im Gebäude wird schon zwei Wochen kräftig gearbeitet. Mehr ...

"Wir kommen mit dem Ding einfach höher als mit einem normalen Bagger", erläutert Volkhard Geßner. Stolz zeigt der Polier der Abbruchfirma Schleith auf den gerade eben per Schwertransport angelieferten Longfront- Bagger. Der stählerne 54-Tonnen-Koloss, mehr als eine halbe Million Euro teuer, wurde bei Volvo gefertigt. "Nigelnagelneu" sei er, heben Geßner wie auch Uwe Buck, Baukoordinator der Kunsthalle, hervor. Ein Mitarbeiter des Herstellers ist eigens angereist, schult die Mitarbeiter vor dem ersten Einsatz.

Wenn der Motor des Kettenfahrzeugs losbrummt, schluckt er im Schnitt 20 Liter Diesel. "Enorm flexibel" sei das Gerät, lobt Geßner. Der hydraulische Arbeitsarm kann 21 Meter in die Höhe, 13 Meter nach vorne ausgestreckt werden und das leisten, was die Bauherren, die Stiftung Kunsthalle, den Nachbarn versprochen haben: Einen erschütterungsarmen Abbruch, denn sonst schlagen die Alarmanlagen des Billing-Baus an, wo der Ausstellungsbetrieb ja weitergeht. Es solle auch keine Staubwolke geben, versichert Buck: "Wir werden ständig mit Feuerwehrschläuchen auf den Schutt spritzen, einen Wasserschleier bilden".

"Alles Separieren"

Doch noch kurvt nur ein Minibagger hier herum - aber direkt auf dem Dach des längst nach oben offenen des Mitzlaff-Baus. Denn die vergangenen Tage haben die Arbeiter genutzt, die beiden sogenannten "Klimakoffer" auf dem Dach zu demontieren. Die restlichen Metallgerippe sollen am heutigen Dienstag von einem Autokran heruntergehoben werden. Dann kann der Abriss richtig losgehen.

Wobei Volkhard Geßner das Wort nicht mag. "Abbruch war früher - man spricht heute von kontrolliertem Rückbau", betont der Polier. Und was er damit meint, sieht man im Mitzlaff-Bau. Wo früher Ausstellungen liefen, Kunstwerke hingen oder standen, im Vetter-Forum diskutiert oder musiziert wurde - überall Berge von Dreck, Schutt, Kies, Holz, Metall. Nur ein Kunstwerk ist noch da: "Nutella auf Draht", von Thomas Rentmeister 2013 eigens als vergängliches Werk für die Abschiedsausstellung des Mitzlaff-Baus geschaffen, kommt mit weg.

Auf dem Dach hört man den Mini-Bagger, der Presslufthammer dröhnt, mit Schneidbrenner wird Stahl zerteilt. Scheppernd fallen einzelne Teile herunter. Alte Pressspanplatten türmen sich auf, Glas splittert, auf dem Boden liegen Scherben, Sägemehl, Steine. Mit Schubkarren sammeln Arbeiter die Teile ein, kippen sie aus einem Fenster Richtung Wasserturm.

"Wir müssen alles separieren, getrennt entsorgen", erläutert Geßner, was er unter "Kontrolliertem Rückbau" versteht. Bei der Entkernung würden sämtliche mineralischen Stoffe aus einem Gebäude entfernt, Holz, Glas, aber auch Lampen, Kabel, Installationen. Nur Metall und Beton bleibe übrig - dann könne der Longfront- Bagger zubeißen.

Erdreich abgetragen

Bis Ende Oktober hat er Zeit. "Dann rechnen wir damit, dass das Gebäude dem Erdboden gleich ist", so Buck. Parallel dazu wird ab Mitte September das Erdreich rund um den Mitzlaff-Bau abgetragen, das den Bunker abdeckt. 50 000 Tonnen Erde fallen dabei etwa an, auch dafür gibt es - wie für die Materialien aus dem Mitzlaff-Bau - ein genaues Entsorgungskonzept. Im Oktober, so der derzeitige Plan, geht es mit Meißel und Bagger an die zwischen 1,80 und zwei Meter dicke Bunkerdecke, das unterirdische Depot, Technikräume und Kahnweilersaal. Mikrosprengungen, wie es sie beim Bunker in Q 6/Q 7 gab, sind nicht vorgesehen - die Großgeräte sollen alles richten. Bis Ende Dezember haben sie Zeit. Mitte Januar soll die Grundsteinlegung sein.

ZEITPLAN UND KOSTEN

Schon seit Herbst 2013 sind der 1983 errichtete Mitzlaff-Bau der Kunsthalle sowie der Tiefbunker nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Kunstwerke kamen nach und nach in Depots.
Dagegen läuft im 1907 errichteten, 2013 sanierten Billing-Bau der Ausstellungsbetrieb weiter.
Generelle Arbeitszeit während des Abbruchs bis Ende Dezember ist Montag bis Samstag von ca. 7 bis 18 Uhr. An Samstagen sollen aber "weniger lärmintensive Arbeiten ausgeführt" werden.
Bis Januar 2015, dem Zeitpunkt der Grundsteinlegung, soll die Entwurfs- und Ausführungsplanung fertig sein. 2015 bis Mitte 2016 ist dann für den Rohbau, Mitte 2016 bis 2017 für den Innenausbau vorgesehen.
Einweihung soll 2017 sein.

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11. August 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Arbeiten für Abriss der Mannheimer Kunsthalle gestartet

Mannheim. Nach monatelangen Protesten haben am Montag die Bauarbeiten für den Abriss der Mannheimer Kunsthalle begonnen. Der Abbruch wird einige Monate dauern. "Ab Ende November ist hier alles platt", sagte Bauleiter Bernd Schober am Montag. Am ersten Tag sollte der zwei Meter hohe Bauzaun aufgestellt werden, am Dienstag geht den Plänen zufolge die Entkernung los. Mehr ...

In etwa zwei Wochen sollen die Bagger anrollen. Die Kunsthalle steht in unmittelbarer Nähe des Wahrzeichens der Stadt, dem Wasserturm. Der umstrittene Neubau soll 2017 fertig sein.

In Mannheim gibt es gegen den Abriss des rund 30 Jahre alten sogenannten Mitzlaff-Baus Proteste. Für den Tag der Baustelleneinrichtung hatten die Gegner indes keine Aktion geplant. Es werde derzeit beraten, wie der Widerstand weitergehen solle, sagte die Mitinitiatorin der Bürgerinitiative, Gerda Lambrecht. Eine Petition gegen den Abriss war gescheitert.

Angesichts der Proteste sagte der Bauleiter: "Unser Geschäft ist eben der Abbruch von Gebäuden, manchmal im Licht der Öffentlichkeit." Zum Problem werde der Protest nur, wenn ein Projektgegner die Baustelle betrete.

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29. Juli 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Bauzaun kommt Mitte August

Am 11. August soll es losgehen: Dann wird morgens der Bauzaun an der Kunsthalle aufgestellt - die letzten Vorbereitungen für den Abriss des Mitzlaff-Baus. Die Bauarbeiten beginnen mit dem Abtragen der Erdschicht über dem Tiefbunker und der Entkernung im Inneren des Gebäudes, der lautstarke Abriss folgt indes erst später. Mehr ...

"Sehr erleichtert, dass es jetzt losgehen kann" äußerte sich gestern Dr. Ulrike Lorenz, die Direktorin der Kunsthalle, auf Anfrage des "MM". "Der geplante Abriss des Mitzlaff-Baus der Mannheimer Kunsthalle kann wie vorgesehen durchgeführt werden", teilte gestern auch das Kulturdezernat der Stadt mit.

In der vergangenen Woche hatte der Landtag zwei Petitionen gegen das Projekt abgelehnt (wir berichteten). Der Landtag verwies auf das Selbstverwaltungsrecht der Kommunen und konnte keine Rechtsverstöße bei den Entscheidungen des Gemeinderats erkennen. Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Baugenehmigung seien erfüllt, so der Petitionsausschuss. Mit dieser Baugenehmigung rechnet die Stiftung Kunsthalle, die als Bauherr fungiert, im Oktober. Zuvor kommt noch die Abrissgenehmigung, der aber - so der Landtag - der Denkmalschutz nicht entgegensteht.

"Demokratischer Skandal"

Sehr enttäuscht über das Scheitern der Petition äußerte sich die Bürgerinitiative gegen den Neubau der Kunsthalle. Sie spricht von einem "demokratischen Skandal". Der zuständige Abgeordnete im Petitionsausschuss habe sich die Argumentation der Stadt Mannheim und von Ministerien zu eigen gemacht, der Ausschuss selbst habe das Thema gar nicht diskutiert. "Die Parteipolitik hat gesiegt. Eine parlamentarische Kontrolle fand nicht statt", beklagt die Initiative. Allerdings ist es üblich, dass die einzelnen Petitionen jeweils durch Abgeordnete, die als Berichterstatter fungieren, bearbeitet werden, und dass die Positionen der betroffenen Behörden - in anderem Schrifttyp gesetzt - in dem offiziellen Papier auftauchen.

Nach Ansicht der Initiative kommt auch in Mannheim "die Demokratie zu kurz". Sie verlangt "zur Wahrung von Rechts- und Landfrieden", dass der neue Gemeinderat einen Bürgerentscheid zum Thema Kunsthalle ansetzt und bis dahin den Abriss stoppt.

Ob und welche rechtlichen Schritte die Initiative noch plant, wollte ihr Sprecher Claus Petschmann auf Anfrage nicht sagen. Man wolle aber "den öffentlichen Druck verstärken" und ein Buch "Verlorene Architektur in Mannheim" herausgeben.

Unterdessen hat die neue AfD-Fraktion im Gemeinderat einen Antrag gestellt. Danach soll die Verwaltung mit der Stiftung als Bauherr "dafür sorgen, dass vor Beginn des Abrisses auf den geplanten Gebäudegrenzen zum Friedrichsplatz ein Modell der Neubaufassade mit einem Stahlrohrgerüst im Maßstab 1:1 errichtet wird". Zumindest auf der Hälfte der Fläche soll die geplante Fassade auf Mesh-Gewebe gedruckt sein - wie beim Berliner Stadtschloss. Das Modell solle wenigstens 14 Tage zur Ansicht stehenbleiben, die Bürger sollten vor Ort und im Internet Kommentare abgeben können. Dies sei "die einzige Möglichkeit, sich einen realistischen Eindruck der späteren Wirkung zu verschaffen" und könne "durchaus positiv für die Akzeptanz eines Bauvorhabens wirken", so die AfD.

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25. Juli 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Landtag lässt den Abriss zu

Die letzte bisher bestehende rechtliche Hürde auf dem Weg zum Neubau der Kunsthalle ist genommen. Der Landtag hat gestern Abend zwei Petitionen abgewiesen, in der sich Architekten sowie die Bürgerinitiative gegen den Abriss des Mitzlaff-Baus ausgesprochen haben. Die Stadt hatte dieses Votum bisher abgewartet. Damit kann jetzt zunächst die Einrichtung der Baustelle beginnen, in der zweiten Augusthälfte dann der Abriss. Mehr ...

"Wir haben da keine Möglichkeit, einzugreifen, weil das Projekt in die Planungshoheit der Kommune fällt", erklärte Beate Böhlen, die Vorsitzende des Petitionsausschusses, dazu unserem Stuttgarter Korrespondenten. Sie könne zwar verstehen, "dass die Menschen enttäuscht sind, weil ihrem Anliegen nicht geholfen werden kann", so die Abgeordnete der Grünen, aber "bei der Bauleitplanung kann der Petitionsausschuss nur mitwirken, wenn Fehler gemacht wurden." Und die sahen weder der Ausschuss noch das gesamte Plenum des Landtags.

Rechtsverstöße nicht erkennbar

"Bei der gegebenen Sach- und Rechtslage kann der Petition nicht abgeholfen werden", heißt es in dem Beschlussvorschlag des SPD-Landtagsabgeordneten Georg Nelius aus Mosbach, der das Thema im Petitionsausschuss bearbeitete. "Nicht abgeholfen" - das bedeutet, dass die Parlamentarier die Einwände verwerfen, die Petition ablehnen.

Die Absender der Petition hatten, so die Zusammenfassung in der Drucksache des Landtags, bezweifelt, dass der Neubau notwendig ist. Die Bauschäden seien mit vertretbarem Aufwand zu beheben, auch unter "energetischen und brandschutztechnischen Gesichtspunkten sowie zur Herstellung der Barrierefreiheit" könne eine "Ertüchtigung" des Mitzlaff-Baus erfolgen. Die Argumente der Stadt seien "unzutreffend oder unvollständig". Zudem bemängeln die Petenten fehlende Vorkehrungen für das Überschreiten der Baukosten und vertreten die Auffassung, dass der Denkmalschutz eine Veränderung am Friedrichsplatz gar nicht zulasse.

Der Landtag weist all dies zurück. Er sei dafür, so ein Kernsatz, einfach nicht zuständig. "Die Entscheidung, eine städtische Kultureinrichtung wie die Kunsthalle zu sanieren oder neu zu bauen, trifft eine Gemeinde im Rahmen ihres Selbstverwaltungsrechts", verweisen die Abgeordneten auf Grundgesetz und Landesverfassung. Dieses sei "vor allzu starker staatlicher Reglementierung geschützt". "Die kommunalpolitische Entscheidung über Erhalt oder Neubau der Kunsthalle ist eine weisungsfreie Angelegenheit", wird in der Beschlussempfehlung betont. Die Entscheidung habe der Gemeinderat zu treffen, "Rechtsverstöße des Gemeinderats bei der Entscheidung sind nicht erkennbar". Auch bei der geplanten Finanzierung und Abwicklung des Vorhabens seien aus den Darlegungen der Stadt "Rechtsverstöße nicht erkennbar", heißt es erneut an anderer Stelle des Papiers.

Ob eine Sanierung oder ein Neubau zweckmäßiger wäre, darüber habe das Land nicht zu entscheiden. Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Baugenehmigung durch das Karlsruher Regierungspräsidium seien erfüllt, "insbesondere stehen dem Vorhaben keine Vorschriften des Denkmalschutzes entgegen". Möglich sei noch eine Klage beim Verwaltungsgericht.

Zeitplan

Schon seit Herbst 2013 sind der 1983 errichtete Mitzlaff-Bau der Kunsthalle sowie der Tiefbunker nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Kunstwerke kamen nach und nach in Depots.

In der ersten Augustwoche soll der Bauzaun gestellt werden.

Mit der Freilegung der Bodenplatten des alten Bunkers sowie der "Entkernung" im Innern beginnen im August die Abrissarbeiten. Zugleich läuft die detaillierte Planung weiter.

Baubeginn für den Rohbau ist 2015, Innenausbau 2016, Einweihung 2017 vorgesehen.

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25. Juli 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Nicht zuständig

Von Peter W. Ragge begrüßt die Ablehnung der Petition

Die kleine Bürgerinitiative, die teils völlig irrational-verbissen, teils aus anerkennenswerter Sorge um das Stadtbild am Friedrichsplatz gegen den Abriss des Mitzlaff-Baus der Kunsthalle kämpft, kann einem fast leidtun. Nachdem sie weder im Mannheimer Gemeinderat noch bei den Mannheimern selbst (über 3000 Unterschriften innerhalb eines ganzen Jahres sprechen eine deutliche Sprache) Gehör fand, wies sie nun auch der Landtag ab. Mehr ...

Die klare Klatsche aus Stuttgart ist eindeutig - und sie ist völlig richtig. Die Abgeordneten sind einfach nicht zuständig, und sie sollten es auch nicht sein.

Unabhängig davon, ob man den Neubau der Kunsthalle befürwortet oder nicht: Kein Mannheimer kann es wollen, dass darüber in Stuttgart entscheiden wird. Europäische Union, Bund und Länder greifen schon viel zu tief in die Bedingungen ein, wie die Menschen in den Städten und Gemeinden zu leben haben. Das Kommunale Selbstverwaltungsrecht, einst als Fundament der Demokratie gepriesen, kann man aber nicht nach Gutdünken einfordern - und dann einfach freiwillig preisgeben, wenn einem eine Entscheidung des Gemeinderats nicht passt und man dagegen gerne per Petition vorgehen will.

Aber eine Aussage aus Stuttgart ist wichtig: "Rechtsverstöße sind nicht erkennbar." Dies wird in der Antwort auf die Petition mehrfach betont. Damit bekommt die Bürgerinitiative, was sie kürzlich selbst gefordert hat: Rechtsfrieden. Es gibt mehrfache Mehrheitsentscheidungen des - allein dafür zuständigen - Gemeinderats, und das zählt in einer Demokratie und einem Rechtsstaat. Daher sollte es jetzt endlich losgehen.

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21. Juli 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Petition droht zu scheitern

Der Abriss des Mitzlaffbaus der Kunsthalle soll in dieser Woche die letzte rechtliche Hürde nehmen. Der Stuttgarter Landtag behandelt am kommenden Donnerstag die Petitionen, welche die Bürgerinitiative gegen den Neubau der Kunsthalle sowie einige Architekten eingereicht haben. "Ihr wird absehbar nicht abgeholfen und es gibt sicherheitshalber bereits den Beschlussvorschlag des grünen Lichts", erklärte die SPD-Landtagsabgeordnete Helen Heberer auf Anfrage des "MM" .Mehr ...

"Nicht abgeholfen" - dies ist die parlamentarische Formulierung dafür, dass die Verfasser einer Petition erfolglos bleiben. Drei Ministerien seien vom Ausschuss um eine Stellungnahme gebeten worden, sowohl aus Sicht der Finanzierung als auch des Denkmalschutzes und des Kommunalrechts. "Alle Stellungnahmen erkennen das Interesse der Stadt an und empfehlen den Abriss", hat Heberer erfahren.

Appell der Bürgerinitiative

Heberer gehört zwar dem Petitionsausschuss nicht an, ist aber als Vorsitzende des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst nah an dem Thema dran. "Eine weitere zeitliche Verzögerung würde enorme Kostensteigerungen mit sich bringen, deshalb bin ich erleichtert, dass es gelungen ist, die Petition noch vor der Sommerpause zu behandeln. Da die Stellungnahmen der zuständigen Landesbehörden empfehlen, der Petition nicht abzuhelfen, ist abzuwarten, ob der Petitionsausschuss und der Landtag so verfahren werden - ich gehe aber davon aus. Mein Anliegen war, dafür zu sorgen, dass die Entscheidungen noch rechtzeitig gefällt werden können", erklärte die Abgeordnete dem "MM".

Bei Petitionen gilt ein sogenanntes Stillhalteabkommen - eine Absprache zwischen Landesregierung und Landtag, wonach während eines anhängigen Petitionsverfahrens eine Maßnahme nicht vollzogen wird. Ausnahmen sind aber möglich, wenn die Vorsitzende des Petitionsausschusses grünes Licht gibt - wovon Heberer ausgeht. Obwohl Kommunen an die Stillhalte-Regel eigentlich nicht gebunden sind, erklärte die Stadt, dass der Abriss erst nach einer Landtagsentscheidung, im August, beginnen soll.

Unterdessen hat die Bürgerinitiative an alle Stadträte des neuen Gemeinderates einen Brief geschickt. Er enthält die Aufforderung, den Neubaubeschluss des alten Gemeinderates vom Dezember 2012 auszusetzen und im September 2014 einen Bürgerentscheid abzuhalten. Nur dadurch lasse sich "bei diesem Jahrhundertprojekt Rechts- und Landfrieden sichern", so Rainer Göhrig, einer der Sprecher der Initiative.

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02. Juli 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Bagger kommen im August

Erst das „Innenleben” und die Erde, dann der Beton: Mit der Freilegung der Bodenplatten des alten Bunkers, die derzeit noch von Rasen bedeckt sind, sowie der „Entkernung” im Innern beginnen Anfang August die Abrissarbeiten am Mitzlaff-Bau der Kunsthalle. Darüber informierte Direktorin Dr. Ulrike Lorenz nun die Anwohner. Richtig laut und staubig wird es wohl frühestens in der zweiten Augusthälfte. Mehr ...

Ohnehin fällt der Startschuss für den Neubau der Kunsthalle deutlich später als geplant. Seit Ende Mai schon ist der Mitzlaff-Bau leer und von der Kunsthalle an die Bauleitung übergeben. Im Juni sollte, so hieß es mal, mit dem Abbruch begonnen werden. Doch erst übernächste Woche, am 23. Juli, entscheidet der Petitionsausschuss des Landtags über eine Petition der Bürgerinitiative, die sich gegen den Abriss wendet.

Bei Landesbehörden gilt es als ungeschriebenes Gesetz, keine Entscheidungen zu vollziehen, solange ein Petitionsverfahren läuft. Daran wollen sich, obwohl sie nicht dazu verpflichtet sind, auch die Stadt Mannheim und die Stiftung Kunsthalle, die als Bauherr fungiert, halten. Nach den Worten von Lorenz ist das Projekt damit "immer noch in der Zeit, aber die Puffer sind jetzt weg", wie sie auf Anfrage sagte.

In der ersten Augustwoche wird zunächst der Bauzaun gestellt - zwei Meter hoch, aus vorgefertigten Holzpanelen. Zwei bis drei Tage werde man allein dafür brauchen, sagen die Experten der Firma Schleith aus Waldshut-Tiengen. Sie haben zuletzt das alte Krankenhaus in Waldhof-Ost ("III. Med.") abgerissen und nun den Zuschlag für das Großprojekt am Friedrichsplatz erhalten.

Der Zaun werde "exakt an den Grundstücksgrenzen entlang um das gesamte Areal bis zum Billing-Bau geführt", sagt Lorenz - also Richtung Friedrichsplatz etwa dort, wo bisher die Schaukästen standen, an den Seitenstraßen am Ende des Rasens. "Der Gehweg bleibt so breit wie er ist", versichert Lorenz, auch die Parkplätze der Tattersaalstraße.

Zwei Bäume fallen

Die Bäume würden durch Holzzäune geschützt. Nur zwei erkrankte Bäume müsse man fällen, um Platz zu schaffen für eine sogenannte Kompaktstation. Sie dient der Stromversorgung des Billing-Baus der Kunsthalle, der ja weiter geöffnet ist. Und danach müssen sich auch die Abbrucharbeiten richten, so Lorenz: "Der laufende Museumsbetrieb im Billing-Bau erfordert wegen der Sicherheitsanlagen höchste Ansprüche an Erschütterungsarmut", betont sie, sonst schlagen die Alarmanlagen an.

Daher gebe es weder Mikrosprengungen, wie sie beim Bunker in Q 6 verwendet wurden, noch die Rüttelplattentechnik. "Es wird mit erschütterungsarmen Bohrungen gearbeitet, man habe sich für die "erschütterungsärmste und effizienteste" Methode entschieden, bei der wenige 40 Tonnen schwere Großgeräte mit Zangen und Meißeln das Gebäude abbrechen. Dabei wolle man ständig mit Feuerwehrschläuchen auf den Schutt spritzen, damit es keine Staubwolke gebe.

Die Lkw mit dem Erdaushub sollen über die Roonstraße rollen, wobei man eine "klare und unüberwindliche Trennung" zum Karl-Friedrich-Gymnasium errichten will. Was bei der Entkernung anfällt, kommt in Container und wird über den Friedrichsplatz abtransportiert. Eine "dauerhafte Sperrung" von Fußgänger- und Verkehrswegen ist laut Lorenz "nicht beabsichtigt, höchstens stundenweise".

Zeitplan und Kosten

Schon seit Herbst 2013 sind der 1983 errichtete Mitzlaff-Bau der Kunsthalle sowie der Tiefbunker nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Kunstwerke kamen nach und nach in Depots. Generelle Arbeitszeit während des Abbruchs ist Montag bis Samstag von ca. 7 bis 18 Uhr. An Samstagen sollen aber "weniger lärmintensive Arbeiten ausgeführt" werden. Baubeginn Rohbau ist 2015, Innenausbau 2016, Einweihung 2017. Das Investitionsvolumen soll 68,3 Millionen Euro betragen. 50 Millionen steuern SAP-Mitgründer Hector und seine Frau bei, zehn Millionen trägt die Stadt, 4,5 Millionen sollen vom Land kommen. 3,8 Millionen Euro betrage, so hieß es bisher, "die Finanzierungslücke" - doch rechne man noch mit Geldern vom Bund und von Spendern.

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24. Mai 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Viele Fragen zur Fassade

Kann man die Drähte verbiegen, wie werden sie gereinigt, gesichert, vor Vögeln und Vandalen geschützt, wie werden sie bei Wind klingen? Viele Fragen im Detail, aber mehrheitlich doch große Zustimmung zu dem erstmals vorgestellten Fassadenmodell gab es beim Bürgerforum zum Neubau der Kunsthalle. Mehr ...

Rund 300 Zuhörer drängten sich in einem Saal des Mitzlaff-Baus der Kunsthalle; rund 25 verfolgten eine Bild- und Tonübertragung in einen weiteren Raum - es war die letzte Veranstaltung in dem Gebäude, das im Sommer abgerissen werden soll.

"Wir haben jetzt ein gutes Ergebnis, das sehr gut zu den umgebenden Sandsteinfassaden passt", begrüßte Dr. Manfred Fuchs, Vorsitzender des Stiftungsrats, die Gäste zu der von Bert Siegelmann (RNF) moderierten Runde. Mehrheitlich Beifall gab es, als Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz das Modell "überzeugend und faszinierend" nannte.

Denkmalschutz einverstanden

Zuvor hatte Nikolaus Goetze vom Architekturbüro gmp ausdrücklich versichert, "dass der Neubau den wunderschönen Billingbau nicht erdrücken wird". Er halte die Friedrichsplatzanlage für "den schönsten Platz Deutschlands, wenn nicht Europas". Daher wolle er nicht nur, dass sich der Bau dort einfügt, sondern, dass man aus dem Museum einen Ausblick auf diesen Platz hat". Dies sei möglich durch offene Terrassen ebenso wie Fensterfronten.

Ohne die Kosten (die für die Fassade fünf Prozent des Gesamtetats ausmachten) zu steigern, habe man die Gestaltung weiterentwickelt. Während der aus einzelnen Kuben bestehende Museumsbau die Quadratestruktur Mannheims aufgreife, werde er von der Metallhülle zusammengehalten. Unterschiedlich dichtes Gewebe ermögliche Transparenz. Kulturbürgermeister Michael Grötsch lobte dies als "sehr ansprechend". Die Anforderungen des Denkmalschutzes seien erfüllt, erklärte Baudezernent Lothar Quast.

"Das sieht aus wie eine biedere Jalousie von einem Einfamilienhaus", kritisierte dagegen Martin Dunz. Thorsten Portisch sprach abschätzig von einem "schrecklichen Kunst-Knast". "Das könnte ein Kaufhaus sein", kritisierte ein Herr Voges, der seinen Vornamen nicht nennen wollte. Wiebke Fabian bezweifelte, dass der Bau vandalismussicher ist. "Wird er, wenn er in ein paar Jahren abgewrackt aussieht, wieder abgerissen?", fragte sie. "Man hat Ihnen offenbar nicht gesagt, dass Mannheim seine öffentlichen Gebäude nicht pflegt. Verzichten Sie auf den Schleier", rief Wolfgang Fabian dem Architekten zu. Thomas Bauer fand zwar "die Ästhetik sehr gut", sorgte sich aber um die Akustik: "Fängt die Fassade irgendwann an zu singen?"

Ein Lob kam von Architekt Andreas Plattner, der anfangs zu den Kritikern gehört hatte. "Ich darf Ihnen gratulieren, aber die Arbeit fängt erst an!" Das räumte Goetze ein. Natürlich seien Details noch in Arbeit. "Sie müssen uns schon irgendwie vertrauen, dass wir das richtig machen!"

Hakenkreuz-Schmiererei

Dieses Vertrauen sprach den Architekten unter anderem Dr. Jürgen Strube, früherer BASF-Vorstandschef, aus. Er plädierte für einen baldigen Baubeginn, da der Altbau derzeit nicht barrierefrei ist. "Für die junge Generation ist das ein sehr schöner Entwurf. Ich bin überzeugt, dass man in ein neues Museum eher junges Publikum bekommt, als wenn der Altbau saniert werden würde", meinte Corinna Klaes.

Dagegen begrüßte die Bürgerinitiative gegen den Abriss des Mitzlaff-Baus die Gäste der Veranstaltung mit zahlreichen vor der Kunsthalle in den Boden gesteckten Holzkreuzen. Sie seien "ein Akt zivilen Ungehorsams", hieß es darauf.

Ein Abrissgegner, der wegen Pöbeleien nach Ablauf der Diskussion aus der Kunsthalle verwiesen wurde, sprühte auf den Vorplatz ein etwa zweimal zwei Meter großes Hakenkreuz auf den Boden. Dabei beobachteten sowohl Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes als auch Gäste den 44-Jährigen. Der Mann wurde festgehalten, Anzeige erstattet und die Polizei verständigt. Ein Kunsthallen-Mitarbeiter beseitigte die Sprayerei noch in der Nacht.

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23. Mai 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Auf dem Weg der Besserung

Klar: Der Aufschrei des Entsetzens über einen rätselhaft verschlossenen Block an Mannheims erstem Ort, dem Friedrichsplatz, wird nicht ganz verstummen. Doch er dürfte deutlich leiser werden, denn was der Architekt der neuen Kunsthalle, Nikolaus Goetze, gestern zur Neugestaltung der Fassade (wir berichteten) in der Mannheimer Kunsthalle präsentierte, macht Hoffnung. Es macht Hoffnung darauf, dass hier 2017 ein modernes Museum steht, dessen Äußeres durchlässig und schillernd ist, vor allem aber so lebendig, dass mannigfaltige Ansichten entstehen und ein Dialog von Innen nach Außen sowie von Außen nach Innen möglich wird. Mehr ...

Dies ist auch eines der Ziele. Goetze spricht davon, dass "jeder Mannheimer (der sich in der Nähe aufhält) erfahren wird, was da drin passiert". Ebenso verspricht er, von Innen heraus lasse die Fassade reichlich Blicke auf den Platz und den Wasserturm zu. Es handle sich also um "ein extrovertiertes Museum", das mit seiner Umgebung spreche. Mit computeranimierten Bildern unterstreicht er seine Thesen. Unsere Fantasie muss nun den einen Rest zur Vorstellung von dem Bau erledigen, den anderen wird dann wohl erst 2017 die Beton, Glas und Metall gewordene Wirklichkeit komplettieren können.

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22. Mai 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Röhren und Drähte bieten Transparenz

Lange wurde darum gerungen, heute aber wird es der Öffentlichkeit präsentiert: das Modell der Fassade der neuen Kunsthalle, 3,50 Meter breit, sechs Meter hoch. "Aus genau solchen Segmenten wird die Fassade später zusammengesetzt, es ist 1:1 solch ein Segment", so Unternehmer Dr. Manfred Fuchs, der als ehrenamtlicher Stiftungsratsvorsitzender den Neubau vorantreibt. Mit ihm konnte der "MM" vorab exklusiv das Model begutachten, ehe es heute erstmals offiziell gezeigt wird. Mehr ...

Das als Sieger aus dem Architektenwettbewerb hervorgegangene Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp) hatte in seinem Entwurf eine "Museumsstadt" aus verschiedenen Kuben vorgesehen, die von einer "schimmernden transluzenten Metallhülle", wie es offiziell hieß, umgeben sind. Doch wie diese Fassade im Detail aussieht, blieb seither immer noch offen.

"Rein- und rausgucken"

Nun ist die Entscheidung gefällt, ein 3,5 Tonnen schweres und 70 000 Euro teures Muster hergestellt. Einstimmig haben Vorstand und Stiftungsrat - und damit Vertreter von Stadt wie auch des Bauherren - für dieses Modell votiert. "Wir sind alle davon überzeugt", bekräftigt Fuchs: "Wertigkeit der Materialien und der Optik, Transparenz und eine moderne Antwort auf die Umgebung - all das ist erfüllt", sagt er.

Die aus Beton errichteten Ausstellungsräume erhalten eine Fassade aus glatten, perlmuttgrauen Faserzementplatten. Die Fenster sind mit Aluminiumrahmen versehen. Dann kommt etwa 1,10 Meter nichts - Platz, freier Raum, Luft.

"Hier erfolgt die Reinigung mit einer Fassadenbefahranlage", erläutert Hanno Diehl, Bauvorstand der Stiftung. Sonst soll der Raum nicht begehbar sein - abgesehen von einer Stelle, wo er als Notausgang dient.

Man habe keine Fassade aus Beton und Glas gewollt, betont Dr. Ulrike Lorenz, die Direktorin der Kunsthalle: "Wir bauen ja keine Lagerhalle!" Die transparente Metall-Ummantelung solle gerade dazu beitragen, dass sich der Bau in die Umgebung einfüge, argumentiert sie. "Die schwebenden Kuben sollen zusammengehalten werden", ergänzt Fuchs. Doch "man muss reingucken und rausgucken können".

In 1,10 Meter Abstand zur Fassade wird daher eine sehr stabile, mit gewebten Stahldrähten verbundene Metallkonstruktion gespannt. Vor der blickdichten Fassade sind zweieinhalb Zentimeter dicke Edelstahlröhren im Abstand von zwölf Zentimetern vorgesehen. Dazwischen kommt ein sehr feines Geflecht aus zwei Millimeter dicken Drähten im Abstand von etwa einem Zentimeter. Vor den Fensterflächen entfallen die dickeren Röhren, hier gibt es nur das feine Drahtgeflecht - und damit mehr Durchblick.

Röhren wie Drähte werden eloxiert, also beschichtet, und mit einem Bronzeton überzogen. "Wir haben auch einen Rotton ausprobiert, aber den hätte ich als störend empfunden, doch Bronze passt zur Sandsteinumgebung", glaubt Fuchs.

Kein Kasten

Nicht nur durch die unterschiedlich dicken Röhren werde die Fassade "klar gegliedert". Im Erdgeschoss gebe es eine große Fensterfront für Museumsshop und Restaurant, zudem einen um zwölf Meter zurückgesetzten Lichthof für den Eingang. "Wir wollten nie eine völlig geschlossene Fassade, das wäre grauenvoll", weist Fuchs noch einmal die Vorwürfe, es würde ein "Kasten" entstehen, zurück. Durch die Metallkonstruktion sehe man die Fassade "je nach Perspektive und Entfernung anders", ist Lorenz überzeugt.

Allerdings erfordere diese Fassade "auch Unterhaltskosten, dass sie schön bleibt", räumt die Direktorin ein. "Das wäre bei einer Glasfassade aber nicht anders", entgegnet Diehl. Leicht erklettern könne man die Fassade nicht, leicht zu zerstören sei sie auch nicht. Nur wie sie vor Taubendreck geschützt wird, darüber will man sich noch Gedanken machen.

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22. Mai 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Fragen und Antworten rund um den Neubau

Der Neubau der Kunsthalle, schon lange diskutiert, wird immer konkreter. Zum heutigen Bürgerforum haben wir die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst. Mehr ...

Wie lange läuft die Diskussion bereits?

Der Gemeinderat hat am 18. Dezember 2012 den Neubau beschlossen - bei nur zwei Gegenstimmen. Dem gingen seit 2009 über 40 Diskussionsveranstaltungen, Foren und öffentliche Sitzungen voraus.

Warum wird überhaupt ein Neubau geplant?

Der 1983 eingeweihte Mitzlaff-Bau weist große technische und bauliche Mängel auf. Durch den alten Bunker und die Decke dringt Wasser ein. Barrierefreiheit, Klimatisierung, Sicherheit und Brandschutz entsprechen nicht heutigen Anforderungen. Leihgeber akzeptieren die Räume nicht mehr, große Ausstellungen sind daher nicht möglich. Das Ehepaar Dr. Hans-Werner und Josephine Hector ergriff deshalb die Initiative und sagte 50 Millionen Euro für den Fall zu, dass die Stadt sich zu einem Neubau entschließt.

Ginge nicht auch eine Sanierung des Mitzlaff-Baus?

Diese wurde lange debattiert, verschiedene Varianten einer Machbarkeitsstudie unterzogen. Das Ergebnis: Selbst wenn man 37 Millionen Euro investiert, könnte man nicht alle Mängel beheben. Für eine Sanierung hat die Stadt auch kein Geld; es gäbe ferner keinen Mäzen dafür.

Warum kein Erhalt des Mitzlaff-Baus und zusätzlich ein Neubau an anderer Stelle?

Das hat die Bürgerinitiative vorgeschlagen. Sie will den Erhalt des Mitzlaff-Traktes, dessen Sanierung dann aber die Stadt zahlen müsste, und einen Neubau auf der Grünfläche zwischen Hachenburg-Schule und Heilig- Geist-Kirche. Aber schon in der Ausschreibung des Architekturwettbewerbs war der Friedrichsplatz vorgegeben. Mäzen Hector sagte klar, dass er nur dafür spendet, nicht für einen Neubau im "Hinterhof". Zudem wären bei dann drei Bauten für die Kunsthalle die Betriebs- und Personalkosten höher.

Passt der Bau an den Friedrichsplatz?

Das ist die umstrittene Frage. Der Entwurf ist etwas höher als der Mitzlaff-Bau, aber noch immer niedriger als die Nachbargebäude. Und schon 1907 war an dieser Stelle ein noch wesentlich wuchtigerer Bau geplant, der nur wegen des Ersten Weltkriegs nie realisiert wurde. Dass er so unscheinbar ist, galt immer als Schwäche des Mitzlaff-Baus.

Wie teuer wird der Neubau, wer zahlt?

Das Investitionsvolumen soll 68,3 Millionen Euro betragen. 50 Millionen steuern SAP-Mitgründer Hector und seine Frau bei, zehn Millionen trägt die Stadt, 4,5 Millionen sollen vom Land kommen. 3,8 Millionen Euro betrage, so hieß es bisher, "die Finanzierungslücke" - doch rechne man noch mit Geldern vom Bund und von Spendern. Als Bauherr tritt die "Stiftung Kunsthalle" auf, nicht die Stadt selbst. Die Stiftung wird von Unternehmer Dr. Manfred Fuchs repräsentiert. Er räumt die Finanzierungslücke zwar ein, äußert sich aber "sehr zuversichtlich, sie zu schließen". Gerade habe man ihm wieder einen "namhaften Betrag" zugesagt, zudem liefen Gespräche mit der Landesregierung.

Aber das neue Museum gehört dann der Stadt?

Die Stiftung fungiert als Bauherr für den Neubau, übergibt ihn schlüsselfertig als Geschenk der Stadt, die ihn auf ihre Kosten betreibt.

Wie ist jetzt der weitere Zeitplan bis zur Eröffnung?

Der Mitzlaff-Bau ist leer geräumt. Bald beginnt die Einrichtung der Baustelle, danach der Abriss, zunächst aber - noch ohne sichtbare Bagger - die interne Entkernung. Für die Anwohner ist im Juni eine Infoveranstaltung vorgesehen. Baubeginn Rohbau ist 2015, Innenausbau 2016, Einweihung 2017 - wobei der Monat noch offen ist.

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22. Mai 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

„Übergroß und unpassend“

Die Bürgerinitiative gegen den Neubau der Kunsthalle hat mit rechtlichen Schritten gegen den Abriss des Mitzlaff-Baus gedroht. Welche Schritte das sind, geht aus der Erklärung aber nicht hervor. "Den angebotenen Rechtsfrieden der Bürgerinitiative hat der OB abgelehnt. Nun sprechen die Anwälte oder eben die Bürger", heißt es in einer Erklärung, die Claus Petschmann im Namen der Initiative abgegeben hat. Mehr ...

Die Initiative hat bereits eine Petition beim Landtag eingereicht und beim Regierungspräsidium - vergeblich - versucht, mit Hilfe des Denkmalschutzes gegen den Abriss vorzugehen.

"Die Kosten sind abenteuerlich. Der Rechtsfrieden ist in Gefahr. Die Stadtverwaltung hat Angst vor den Bürgern", behauptet die Initiative. Wenn die Stadt nun von "irreparablen Schäden" am Mitzlaff-Bau spreche, bedeute dies doch nur, dass sie selbst die Bauunterhaltung vernachlässigt habe. "Da kommt Arbeit zu auf den Landesrechnungshof und auf die Gemeindeprüfungsanstalt", glaubt Petschmann.

Widerspruch gegen Verfassung?

Nach wie vor lehnt die Initiative den Neubau als "übergroß und völlig unpassend" ab: "Das Gesicht Mannheims rund um den Wasserturm, der europaweit einmaligen Jugendstil-Anlage Friedrichsplatz ist in Gefahr", warnt sie. Mit dieser Planung widerspreche die Stadt der Landesverfassung, wo es heißt: "Die Landschaft sowie die Denkmale der Kunst, der Geschichte und der Natur genießen öffentlichen Schutz". Während die Stadt "stolz ihren Friedrichsplatz als herausragendes städtebauliches Denkmal-Ensemble" rühme, sei dieses Ensemble durch den Neubau in Gefahr.

Erneut fordert die Initiative, wie sie dies bereits für den Wahltag am kommenden Sonntag verlangt hatte, einen Bürgerentscheid über die Kunsthalle wie über die Bundesgartenschau. Doch da sei die Stadt "mit einem blauen Auge davongekommen" und habe nun wohl "Angst vor einem neuen Bürgerentscheid", so Petschmann. Die Frist der Gemeindeordnung - sechs Wochen nach einem Gemeinderatsbeschluss - ist aber lange abgelaufen, da der Bau bereits 2012 beschlossen wurde.

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21. Mai 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Stadt weist Petition an Landtag zurück

Mit zwei Petitionen an den Landtag versucht die Bürgerinitiative, den Abriss des Mitzlaff-Baus und den Neubau der Kunsthalle zu verhindern. Das geht aus einer Erklärung der Stadt hervor, die dem "MM" vorliegt. Darin weist das Rechtsamt die Vorwürfe detailliert zurück. Wann der Landtag über die Petition entscheidet, ist unklar. Zumindest äußerlich sichtbare Abrissarbeiten wird es aber vorher nicht geben. Mehr ...

"Solange eine Petition anhängig ist, herrscht ein Stillhalteabkommen", informiert Landtagsabgeordnete Helen Heberer (SPD) den "MM" auf Anfrage. Zunächst gelte dieses Abkommen in Petitionsverfahren zwar zwischen Landtag und Landesbehörden. Kommunen seien als Träger der Planungshoheit nicht daran gebunden, Stiftungen als Bauträger wohl auch nicht. Im Rathaus hat man sich aber dennoch festgelegt, die Bagger erst rollen zu lassen, wenn das Verfahren beendet ist.

Eigentlich haben Ministerien zwei Monate Zeit für ihre Stellungnahme, wobei beim Thema Kunsthalle drei Häuser - wegen der Landeszuschüsse, wegen Denkmalschutz und Kommunalrecht - betroffen sind. Über das Regierungspräsidium wurde die Stadt zur Stellungnahme aufgefordert.

Schäden "irreparabel"

Im Rathaus hofft man, dass das Thema schon bei der nächsten Sitzung des Ausschusses am 4. Juni und nicht erst am 14. Juli behandelt wird. Dann kommt die Sommerpause. Heberer will sich bei der Ausschussvorsitzenden dafür einsetzen, dass die Petition in der nächsten Sitzung behandelt wird, kündigte sie an. "Die Stadt hat die geäußerten Kritikpunkte eingehend geprüft und kommt zu dem Ergebnis, dass der Neubau der Kunsthalle wie geplant realisiert werden kann", heißt es in der Stellungnahme aus dem Rathaus. "Nach der gegebenen Sach- und Rechtslage" könne die Petition keinen Erfolg haben, heißt es.

Die Bürgerinitiative will, wie mehrfach berichtet, den Mitzlaff-Bau als Skulpturenmuseum erhalten - trotz "schwerwiegender bauphysikalischer, klimatechnischer, funktionaler und nicht zuletzt ästhetischer Mängel der jetzigen Gebäudesubstanz", so die Stadt. Vorwürfe erhebt die Initiative gegenüber Stadt und Stiftung vor allem im Hinblick auf Fragen der Finanzierung und prognostiziert eine Steigerung der Kosten zulasten des städtischen Haushalts. Sie sieht die Forderung nach städtebaulicher Einbindung des Neubaus in das Jugendstilensemble rund um den Wasserturm nicht erfüllt und dadurch Vorschriften des Denkmalschutzes verletzt.

Die Stadt weist dies zurück. "Die Einhaltung des Budgets ist gesichert. Die Kosteneinhaltung ist Vertragsziel bei Projektsteuerung und Planung und mit Sanktionen belegt", heißt es in dem Papier aus dem Rathaus. Der Mitzlaff-Bau lasse sich nur mit großem Aufwand und doch geringem Erfolg sanieren, Feuchtigkeitsschäden im Bereich des Bunkers seien "irreparabel". Auch der Denkmalschutz stehe dem Abbruch nicht entgegen, da der Mitzlaff-Bau nicht als Kulturdenkmal eingestuft sei und der gesamte Platz keinen Umgebungsschutz genieße.

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5. Mai 2014
Mannheimer Morgen
morgenweb

Künstlerin pocht auf das „Loch“

Künstlerin Nathalie Braun Barends besteht darauf, dass ihr als "Loch" bekanntgewordenes "HHole for Mannheim" auf Dauer in der Kunsthalle bleibt. "Meine Werke "HHole for Mannheim" und "PHaradise" habe ich als permanente Installationen im Auftrag der Kunsthalle geschaffen", so Barends gegenüber dem "MM": Sie werde "für den Erhalt dieser Kunstwerke kämpfen". Mehr ...

Klage gegen die Stadt

Der "MM" berichtete in der vergangenen Woche von der Klage der Künstlerin, die sich auf ihr Urheberrecht beruft und von der Stadt ungeachtet der Abrisspläne für den Mitzlaffbau der Kunsthalle den Erhalt fordert. Die damalige "MM"-Anfrage mit der Bitte um eine Stellungnahme habe sie "erst später gesehen", teilte die Künstlerin nun in einer Stellungnahme mit, die der Berliner Musiker und Produzent Michael Duwe in ihrem Namen abgab.

"HHole for Mannheim" sei "nicht nur ein Loch", betont die Urheberin und beklagt, dass in der "MM"-Berichterstattung "offensichtlich jegliches Verständnis für meine Werke" fehle. Schließlich handele es sich um ein "multimediales Kunstwerk, das sich - orientiert auch an dem Verständnis der von mir befragten Besucher der Kunsthalle - wie ein Lebewesen entwickelt und durch mich den sich wechselnden Umständen angepasst wird", schreibt Nathalie Braun Barends und bekräftigt: "Es sollte dauerhaft erhalten bleiben."

Dem Werk liege die Idee zugrunde, "das Licht wieder in das Zentrum des Gebäudes zu holen". Es sei Aufgabe der Kunsthalle gewesen, erforderliche Genehmigungen für das Durchbohren aller Decken des Athenetrakts einzuholen. Bis heute habe sie für ihre Arbeiten keine Vergütung, lediglich einen "kleinen Betrag aus einem Förderprogramm" erhalten. Die Werke seien aus Spenden finanziert worden und noch gar nicht fertig. "Eine angemessene Vergütung sollte erfolgen, wenn das Werk "HHole for Mannheim" abgenommen ist", schreibt die Künstlerin und bedauert: "Heute will die Kunsthalle von ihren Zusagen nichts mehr wissen. Mit der Abberufung des früheren Direktors wurde die Fertigstellung des Werkes gemäß der Konzeption und damit auch seine Weiterentwicklung verhindert".

Bei den genannten 300 000 Euro handele es sich nur um die Versicherungssumme; sie habe diesen Betrag aber nicht ausdrücklich im Falle eines Abrisses gefordert.

Das "Loch" hatte 2006/2007 für Schlagzeilen gesorgt, weil es permanent von der Feuerwehr bewacht werden musste - da sich durch die Bohrung im Ernstfall überall schnell Rauch ausgebreitet hätte. Genehmigt hatte die Installation der umstrittene, wegen finanzieller Probleme, Eigenmächtigkeiten und ständiger Differenzen mit dem Rathaus 2008 abberufene Kunsthallendirektor Dr. Rolf Lauter.

Stadt will Abriss

Die Stadt vertritt in dem Rechtsstreit die Auffassung, dass sie als Eigentümerin des Gebäudes "das uneingeschränkte Recht hat, das Werk vollständig zu vernichten oder zu beseitigen". Ohnehin besteht es nicht mehr in der ursprünglichen Form, sondern wurde teilweise schon demontiert oder abgedichtet, das "PHaradise" ganz entfernt.

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30. April 2014
Mannheimer Morgen
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Bürgerinitiative baut auf Denkmalschutz

Die Bürgerinitiative gegen den Abriss des Mitzlaff-Baus der Kunsthalle hofft auf Rückendeckung durch den Denkmalschutz. "Der Friedrichsplatz ist ein einmaliges geschichtsträchtiges Kulturdenkmal, das höchsten Denkmalschutz verdient", forderten die Sprecher der Initiative gestern einen Abriss-Stopp sowie parallel zur Gemeinderatswahl eine Volksabstimmung über das Projekt. Mehr ...

Wie die Initiatorin der Initiative, Gerda Lambrecht, und ihr Pressesprecher Claus Petschmann mitteilten, reichte der frühere Mannheimer Baubürgermeisters Niels Gormsen einen Antrag ein, den Friedrichsplatz unter den besonderen Schutz des Denkmalschutzgesetzes zu stellen. "Der Friedrichsplatz ist in seiner Gesamtheit ohne jeden Zweifel ein städtebauliches, gestalterisches und architektonisches Ensemble von hoher, auch überörtlicher Bedeutung. Er bedarf deshalb aus wissenschaftlichen, künstlerischen und heimatgeschichtlichen Gründen des besonderen Schutzes der Stadt", heißt es in dem Schreiben von Gormsen, das die Initiative verteilte. Behörde: "Kein Monument"

Bislang hatte das Karlsruher Regierungspräsidium als Denkmalschutzbehörde keine Einwände gegen den Abriss der Kunsthalle. "Sie ist kein Kulturdenkmal, sondern noch sehr jung. Da fehlt die historische Distanz", so Pressesprecher Uwe Herzel auf Anfrage des "MM". Der von 1983 stammende Bau sei kein "herausragendes Monument oder architektonisch modellhaft", erklärte er.

Die Initiative dagegen will, dass die Denkmalschützer den Friedrichsplatz als Gesamtensemble betrachten. "Die Rundungen und die Symmetrie des Jugendstils vertragen keine Trend-Architektur", so Petschmann, was der Architektur-Professor Dr. Thilo Hilpert unterstützte. "Die Bürger wollen hier keinen Kunst-Kasten!", meinte Lambrecht. Der geplante Neubau der Kunsthalle stößt nach Überzeugung der Initiative bei der Bevölkerung überwiegend auf Ablehnung, verweist sie auf rund 3000 Unterschriften und zahlreiche Leserbriefe. Die Initiative sieht daher sogar den "Rechtsfrieden in Gefahr": "Massive Bürger-Proteste wären zu erwarten, wenn denn die Bagger anrollen würden. Rechtliche Schritte sind zu erwarten, wenn kein Konsens von der Stadt mit den Bürgern gesucht wird", so Petschmann. Gemeinderatsbeschlüsse seien "kein Evangelium", so Lambrecht.

Die Initiative will einen Bürgerentscheid und "statt eines sündhaft teuren Prestige-Baus, der überall auf der Welt stehen könnte". Sie plädiert für Erhaltung und Renovierung des Mitzlaff-Baus sowie einen Neubau auf der Grünfläche zwischen Hachenburg-Schule und Heilig-Geist-Kirche. So könne "ein einmaliger Museumsdreiklang entstehen". Das Ehepaar Hector, das mit seiner 50-Millionen-Euro-Spende einen Großteil des auf 63 Millionen Euro bezifferten Neubaus finanziert, hat aber mehrfach erklärt, dass diese Mittel nur für einen Neubau direkt am Friedrichsplatz gedacht sind.

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29. April 2014
Mannheimer Morgen
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Klage wegen einem „Loch“

Juristen im Rathaus brüten derzeit über einem "Loch" und seinen rechtlichen Folgen. Die Künstlerin Nathalie Braun Barends will mit einer Klage den Abriss des Mitzlaff-Baus der Kunsthalle verhindern, weil damit auch ihr 2006 geschaffenes Werk "HHole (for Mannheim)", für das sie ein Loch durch den Athenetrakt bohrte, zerstört werde. Sollte die Stadt doch auf dem Abriss pochen, verlangt sie Geld - nach Informationen des "MM" 300 000 Euro. Mehr ...

In der mehr als 70-seitigen Klageschrift beruft sie sich dem Vernehmen nach auf ihr Urheberrecht und macht geltend, dass die Stadt das Loch erhalten oder aber ihr Schadensersatz zahlen soll.

Im Rathaus hält man sich, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, derzeit zu dem Thema offiziell bedeckt. "Der Urheber eines Kunstwerks kann nicht mehr Rechte haben als der Architekt", ist Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz aber überzeugt: "Wir als Eigentümer gehen davon aus, dass wir über das gesamte Gebäude verfügen können, sonst würde ja kein Eigentümer mehr architekturbezogene Kunstwerke in Auftrag geben", sagte er auf Anfrage des "MM". Die Künstlerin antwortete nicht auf eine schriftliche Anfrage des "MM", ihr Mannheimer Anwalt, der sie zuletzt vertrat, übt das Mandat nicht mehr aus.

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